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Smaragdtafeln I - V

und andere Persönlichkeiten

Tafel I
Die Geschichte von Thoth dem Atlanter

Ich, Thoth der Atlanter, Meister der Mysterien, Verwalter der Aufzeichnungen, mächtiger König, Magier, der von Generation zu Generation lebt, der im Begriff ist, die Hallen von Amenti zu betreten, halte die Aufzeichnungen des mächtigen Wissen des großen Atlantis zur Führung jener fest, die nach mir kommen.

Ich begann diese Inkarnation in einer längst vergangenen Zeit in der großen Stadt Keor, auf der Insel Undal. Die Großen von Atlantis lebten und starben nicht wie die kleinen Menschen des gegenwärtigen Zeitalters, sonder von Äon zu Äon erneuerten sie ihr Leben in den hallen von Amenti, wo der Fluss der Lebens ewig weiter fließt. Hundert mal zehn bin ich den dunklen Weg, der zum Licht führte, hinuntergegangen, und genauso oft bin ich mit erneuerter Stärke und Kraft aus der Dunkelheit wieder ins Licht aufgestiegen.

Ich steige jetzt für einige Zeit hinunter, und die Menschen von Khem werden mich länger kennen, aber zu einer noch unbekannten zeit werde ich wieder stark und mächtig hochsteigen, um Rechenschaft von denen zu fordern, die ich zurückgelassen habe. Dann gebt acht, ihr Leute von Khem; falls ihr treulos meine Lehren hintergangen habt, werde ich euch von eurem hohen Stand hinunterwerfen in die Dunkelheit der Höhlen, aus denen ihr gekommen seid. Verrate meine Geheimnisse nicht an Menschen im Norden oder an die im Süden, sonst wird euch mein Fluch treffen. Vergesst das nicht und befolgt meine Worte, denn sicherlich werde ich wiederkommen und von euch zurückfordern, was ihr behütet. Denn seid gewiss, sogar von jenseits der Zeit und jenseits des Todes werde ich zurückkommen, um zu belohnen zu bestrafen, ganz wie ihr euer Vertrauen erwidert habt.

Großartig waren meine Leute in den alten Tagen, großartig jenseits der Fassungskraft der kleinen Leute, die mich jetzt umgeben. Sie kannten noch das alte Wissen, weit suchend im Herzen der Unendlichkeit, das aus den frühen Tagen der Erde stammte. Weise waren wir durch die Weisheit der Kinder des Lichtes, die unter uns weilten. Stark waren wir durch die Kraft, die wir aus dem ewigen Feuer zogen; und von all diesen war der größte unter all den Menschen mein Vater, Thotme, Beschützer des großen Tempels, Bindeglied zwischen den Kindern des Lichts, die im Tempel wohnten, und der Rasse der Menschen, welche die zehn Inseln bewohnten. Er sprach für den residenten von Unal, und er sprach zu den Königen mit einer Stimme, der man gehorchen musste.

So wuchs ich heran vom Kinde zum Mann, von meinem Vater in den alten Mysterien unterrichtet, bis im Laufe der Zeit das Feuer der Weisheit in mir wuchs und zu einer verzehrenden Flamme durchbrach. Ich wünschte nichts als das Erlangen von Weisheit, bis an einem großen Tag die Aufforderung vom Residenten des Tempels kam, ich sollte vor ihn gebracht werden. Nur wenige Menschenkinder haben in das Gesicht geschaut und überlebt, denn nicht wie Menschensöhne sind die Kinder des Lichtes, wenn sie nicht in einem physischen Körper inkarniert sind.

Ich wurde unter den Menschensöhnen ausgewählt, vom Residenten unterrichtet, damit seine Ziele, erfüllt würden, Ziele, noch ungeboren im Schoß der Zeit. Lange Jahre wohnte ich im Tempel und erlangte immer und immer mehr Weisheit, bis auch ich an das Licht herantrat, das vom großen Feuer ausgestrahlt wird. Er lehrte mich den Weg nach Amenti, der Unterwelt, wo der große König auf seinem Thron der Macht sitzt. Ich verbeugte mich tief in Huldigung vor den Herren des Lebens und den Herren des Todes und erhielt als Geschenk den Schlüssel des Lebens. Ich konnte mich befreit von den Hallen von Amenti bewegen, nicht durch den Tod an den Kreis des Lebens gebunden. Weit zu den Sternen reiste ich, bis Raum und Zeit wie zu Nichts wurde. Dann, nachdem ich tief aus dem Kelch der Weisheit getrunken hatte, schaute ich in die Herzen der Menschen und fand dort sogar noch größere Mysterien und war froh, denn nur durch die Suche nach Weisheit konnte meine Seele ruhig und die innere Flamme gestillt werden.

Ich lebte durch die Zeitalter hindurch und sah jene um mich herum, die den Kelch des Todes kosteten und wieder in das Licht des Lebens zurückkehrten. Nach und nach verschwanden die Wellen des Bewusstseins aus den königreichen von Atlantis, die mit mir eins waren, nur um ersetzt zu werden durch die Brut eines niedrigen Sternes.

Im Einklang mit dem Gesetz kam das Wort des Meisters zur Blüte. Die Gedanken der Atlanter sanken tiefer und tiefer in die Dunkelheit, bis der Resident sich schließlich in seinem Zorn aus seinem Agwanti (für Agwanti gibt es kein entsprechendes Wort in englisch oder deutsch. Es bezeichnet den Zustand des Nicht verhaftet sein) erhob und das Wort sprach, das die Macht anruft. Dies wurde tief im Herzen der Erde von den Söhnen von Amenti gehört, und als sie es hörten, bewirkten sie eine Veränderung der Blume des Feuers, das ewig brennt, durch Wechseln und Verlagerung und durch das Benutzen der Logos, bis das große Feuer seine Richtung änderte.

Daraufhin brachen die großen Wasser über die Welt herein und ertränkten und versenkten alles. Das Gleichgewicht der Erde änderte sich, bis nur noch der Tempel des Lichtes übrig blieb, der auf einem großen Berg auf Undal stand und immer noch aus dem Wasser schaute. Es befanden sich dort noch einige Überlebende, die von den Fluten gerettet waren. Daraufhin rief mich der Meister und sagte:  „Sammle meine Leute zusammen, bring sie mit Hilfe der Fertigkeiten, die du gelernt hast, weit über das Wasser, bis du das Land der haarigen Barbaren erreichst, die in Wüstenhöhlen wohnen, und verfahre dort nach dem dir bekannten Plan.“

Also versammelte ich meine Leute und bestieg das große Schiff meines Meisters. Wir stiegen in den Morgen auf, während dunkel unter uns der Tempel lag. Plötzlich wurde der große Tempel mit Wasser überflutet und verschwand vom Antlitz der Erde bis zu der vorbestimmten Zeit. Schnell flogen wir der Morgensonne entgegen, bis unter uns das Land der Kinder von Khem auftauchte. Sie empfingen uns mit Knüppel und Speeren, wutentbrannt versuchten sie die Söhne von Atlantis zu erschlagen und gänzlich zu vernichten. Sodann erhob ich meinen Stab und richtete einen Energiestrahl auf sie, der sie von Steinbrocken vom Berg mitten in der Bewegung erstarren ließ. Dann sprach ich in aller Ruhe und Frieden mit ihnen, erzählte ihnen von der Macht von Atlantis und sagte, dass wir Kinder der Sonne wären und ihre Boten. Ich schüchterte sie durch das Vorzeigen von magischen Kunststücken soweit ein, bis sie zu meinen Füßen krochen; darauf entließ ich sie gnädig.

Lange wohnten wir im Lande Khem, sehr lange, bis ich den Weisungen des Meisters folgte, der, obwohl er schläft doch ewig lebt. Ich schickte die Söhne von Atlantis in vielen Richtungen aus, damit aus dem Schoße der Zeit wieder Weisheit in ihren Kindern aufsteigen möge.

Lange Zeit lebte ich weiter im Lande von Khem und verrichtete mit Hilfe meiner Weisheit große Werke. Die Kinder von Khem wuchsen stetig dem Licht des Wissens entgegen, ständig begossen durch den Regen meiner Weisheit. Ich sprengte dann einen Pfad nach Amenti, damit ich meine Kraft behalte und von Zeitalter zu Zeitalter leben konnte – eine Sonne von Atlantis, die Weisheit aufrechterhaltend und die Aufzeichnungen bewahrend.

Großartig entwickelten sich die Söhne von Khem, bezwangen die umliegenden Völker und entwickelten langsam ihre Seelenstärke. Jetzt gehe ich eine Zeit lang von ihnen weg, in die dunklen Hallen von Amenti, tief in den Räumen der Erde, vor die Herren der Mächte, nochmals von Angesicht zu Angesicht mit dem Residenten.

Ich errichte hoch über dem Eingang ein Tor, das hinunter nach Amenti führte. Wenige würden den Mut haben, sich dort hineinzuwagen, wenige passieren das Portal zum dunklen Amenti. Ich errichtete über dem Durchgang eine mächtige Pyramide, indem ich die Kraft benutze, welche die Erdkraft (Schwerkraft) überwindet. Tief in der Erde errichtete ich ein Kraftwerk oder eine Raum. Ausgehend davon schnitt ich einen kreisförmigen Gang, der fast den großen Gipfel erreichte. Dort auf die Spitze setzte ich den Kristall, der einen Strahl in die "Raum-Zeit" sendet und die Energie aus dem Äther abzieht, um sie dann auf das Tor nach Amenti auszurichten.

Ich baute auch andere Räume und ließ sie scheinbar leer. In ihnen verborgen sind jedoch die Schlüssel von Amenti. Wer mutig ist und in die dunkleren Bereiche eindringen möchte, soll sich zu erst durch eine lange Fastenzeit reinigen, anschließend soll er sich in den Steinsarkophag in meiner Kammer legen, und dann werde ich ihnen die großen Mysterien offenbaren. Bald wird er dorthin folgen, wo ich ihn treffen werde. Selbst in der Dunkelheit der Erde werde ich ihn treffen. Ich, Thoth, der Herr der Weisheit, treffe ihn und halte ihn und weile immer bei ihm.

Ich erbaute die große Pyramide nach dem Modell der Erdkraft-Pyramide, welche ewig brennt, damit auch sie die Zeitalter überdauern möge. In sie baute ich mein Wissen der „magischen Wissenschaften“ ein, damit es noch existieren möge, wenn ich wieder von Amenti zurückkehren werde. Wenn ich in den Hallen von Amenti schlafe, wird meine frei herumschwebende Seele weiterhin inkarnieren und unter den Menschen in dieser oder jener Form wohnen (Hermes der dreimal Geborene).

Ein Bote auf Erden bin ich für den Residenten, führe seine Anweisungen aus, damit der Mensch angehoben werden möge. Jetzt kehre ich in die Hallen von Amenti zurück und hinterlasse etwas von meiner Weisheit. Du sollt die Anweisungen des Residenten aufrechterhalten und dich nach ihnen richten. Du sollst deine Augen immer nach oben zum Licht erheben. Zu gegebener Zeit wirst du sicherlich eins sein mit dem Meister. Es ist gewiss dein Recht, eins mit dem Meister zu sein, gewiss dein Recht, eins mit dem Ganzen zu sein.

Nun verlasse ich dich. Du kennst meine Gebote; halte sie und sei sie, und ich werde bei dir sein, dir helfen und dich ins Licht führen.

Nun öffnet sich vor mir das Portal, und ich gehe hinunter in die Dunkelheit der Nacht.

Tafel II
Die Hallen von Amenti

Tief im Herzen der Erde liegen die Hallen von Amenti, weit unter den Inseln des gesunkenen Atlantis: die Hallen des Todes und die Hallen des Lebens, gebadet im Feuer des unendlichen Ganzen.

Vor langer Zeit, verloren in der Raum-Zeit, schauten die Kinder des Lichtes hinunter auf die Welt; dort sahen sie die Menschenkinder in ihrer Unterjochung, gebunden durch die Kraft, die aus dem Jenseits kam. Sie wussten, dass die Menschheit sich nur durch die Befreiung von dieser Unterjochung jemals von der Erde zur Sonne erheben konnte. Sie stiegen herab und erschufen Körper, welche denen der Menschen ähnlich waren. Die Meister des Ganzen sagten, nachdem sie Form angenommen hatten: „Wir sind jene die aus Sternenstaub geformt sind, und haben Teile am Leben des unendlichen Ganzen; wir leben in der Welt als Kinder der Menschen, gleich und doch nicht gleich den Menschenkindern“.

Anschließend, um einen Ort zum Wohnen zu haben, sprengten sie weit unter der Erdkruste, abseits der Menschenkinder, mittels ihrer eigenen Kraft große Räume. Diese Hallen der Toten wurden mit Kräften und Mächten umgeben, als Schutz vor Gefahren. Daneben schufen sie andere Räume und füllten sie mit Leben und mit Licht von oben. So bauten sie die Hallen von Amenti, damit sie dort ewig wohnen mögen, um mit dem Leben bis ans Ende der Ewigkeit zu leben.

Zweiunddreißig an der Zahl waren dort von den Kindern; Söhne des Lichts, die unter die Menschen gekommen waren, um jene von der Unterjochung durch die Dunkelheit zu befreien, die durch die Kraft aus dem Jenseits gebunden waren.

Tief in den Hallen des Lebens wuchs eine Blume, flammend, sich immer mehr ausdehnend und die Nacht verdrängend. Im Zentrum befand sich ein Strahl großer Macht, Leben spendend, Licht spendend, der alle mit Energie speiste, die in seine Nähe kamen. Um ihn herum haben sie 32 Throne errichtet, einen für jedes der Kinder des Lichtes. Sie wurden so aufgestellt, dass sie von dieser Ausstrahlung überflutet wurden, erfüllt mit dem Leben aus dem ewigen Licht. Immer wieder brachten sie ihre erschaffenen Körper dorthin, damit sie von Lebenskraft erfüllt würden. Hundert Jahre von Tausend musste dieses Leben spendende Licht auf ihren Körper einstrahlen, um sie zu erhöhen und die Lebenskraft zu erwecken.

In dieser Runde sitzen die großen Meister von Äon zu Äon und leben ein Leben, das der Menschheit unbekannt ist. Dort in den Hallen des Lebens liegen sie in ihrem Schlaf; frei fließt ihre Seele durch die Körper der Menschen. Immer wieder, während ihre Körper im Schlaf liegen, inkarnieren sie in die Körper der Menschen. Sie lehren und führen sie immer weiter und höher aus der Dunkelheit ins Licht. Dort in der Halle des Lebens, gefüllt mit ihrer Weisheit, der Menschenrasse unbekannt, sitzen die Kinder des Lichtes für immer unter dem kalten Lebensfeuer. Es gibt Zeiten, da sie aufwachen und aus der Tiefe herauskommen, um Lichter unter den Menschen zu sein, Unsterbliche unter Sterblichen.

Wer von ihnen durch Weiterentwicklung aus der Dunkelheit herausgewachsen ist und sich selbst aus der Nacht ins Licht erhoben hat, der ist frei von den Hallen von Amenti, frei von der Blume des Lichtes und Lebens. Lässt er sich dann von Weisheit und Wissen führen, wird er sich in seinem Menschsein weiterentwickeln zum Meister des Lebens. Dann möge er dort als einer unter den Meistern wohnen, frei von den Bindungen der Dunkelheit der Nacht. Inmitten dieser strahlenden Blume sitzen sieben Herren aus Raum und Zeit über uns. Sie helfen uns und führen die Menschenkinder mit unendlicher Weisheit auf dem Pfad durch die Zeit. Mächtig und fremd, verschleiert durch die Macht, still und allwissend, haben sie die Lebenskraft, stets anders und doch Eins mit den Menschenkindern, ja stets anders und doch Eins mit den Kindern des Lichtes.
 


Sie sind Betreuer und Beobachter der Kraft, welche die Menschen unterjocht, bereit sie zu erlösen sobald das Licht erreicht ist. An erster Stelle sitzt die mächtige, die verschleierte Gegenwart, der Herr der Herren, die Unendlich Neun. Er steht über den anderen aus jedem Kosmischen Zyklus, beobachtet und prüft die Weiterentwicklung der Menschheit.

Unter ihm sitzen die Herren der Zyklen ~ Drei, Vier, Fünf und Sechs, Sieben, Acht, jeder mit seinem Auftrag, jeder mit seinen Kräften, das Schicksal der Menschen führend und lenkend. Sie sitzen dort, mächtig und stark, frei von Zeit und Raum, nicht von dieser Welt und doch ihr verwand. Sie sind ältere Brüder der Menschenkinder. Mit ihrer Weisheit urteilen und wägen sie, beobachten den Fortschritt des Lichtes unter den Menschen.

Dorthin, wurde ich vom Residenten geführt und beobachtete, wie er EINS wurde mit EINEM von OBEN. Dann kam von Ihm eine Stimme, die zu mir sprach: „Groß bist du unter den Kindern der Menschen, Thoth. In Zukunft bist du frei von den Hallen von Amenti, Meister des Lebens unter den Menschenkindern. Du musst den Tod nicht mehr kosten, außer du willst es. Trinke vom Leben bis aufs Ende der Ewigkeit. Von nun an und in aller Ewigkeit ist das Leben dein, wenn du willst, und der Tod steht in deiner Macht. Weile hier oder gehe, ganz nach deinem Wunsch, Amenti ist frei von der Menschensonne. Gestalte dein Leben, wie auch immer du es wünschst, Kind des Lichtes, das unter den Menschen aufgewachsen ist. Wähle selbst dein Werk, denn alle Seelen müssen arbeiten. Weiche niemals vom Pfad des Lichtes ab. Du hast einen Schritt vorwärts gemacht auf dem langen Pfad nach oben, doch der Berg des Lichts ist unendlich; jeder schritt, den du tust, macht den Berg nur höher, all dein Fortschreiten verlängert nur das Ziel. Je näher du der unendlichen Weisheit kommst, desto mehr weicht das Ziel zurück. Du bist jetzt befreit von den Hallen von Amenti, um Hand in Hand mit den Herren der Welt zu gehen, vereint in einem Ziel, zusammenarbeitend als Lichtbringer für die Menschenkinder.“

Dann kam einer der Meister von seinem Thron, nahm meine Hand und führte mich weiter durch all die Hallen des tief verborgenen Landes. Er führte mich durch die Hallen von Amenti und zeigte mir die Mysterien, die den Menschen unbekannt sind. Er führte mich durch den dunklen Durchgang hinunter, dorthin, wo der dunkle Tod sitzt. Riesig lag die große Halle vor mir, ummauert von Dunkelheit und doch erfüllt von Licht.

Vor mir erhob sich ein großer Thron der Dunkelheit und auf ihm saß verschleiert eine Figur der Nacht. Dunkler als die Dunkelheit saß die große Gestalt da, finsterer als die Finsternis der Nacht. Der Meister hielt vor ihr inne und sprach das Wort, welches Leben gebiert: „Oh Meister der Dunkelheit, Führer auf dem Weg von Leben zu Leben, vor dich bringe ich eine Sonne des Morgens. Niemals berühre ihn mit deiner Kraft der Nacht, rufe niemals seine Lebensflamme in die Dunkelheit der Nacht. Kenne ihn und betrachte ihn als einen unserer Brüder, der aufgestiegen ist aus der Dunkelheit ins Licht. Entlasse seine Flamme aus ihrem Joch und lass sie frei lodern durch die Dunkelheit der Nacht.“

Dann erhob sich die Hand der Gestalt und heraus kam eine Flamme, die klar und leuchtend hell wurde. Sie rollte geschwind den Vorhang der Dunkelheit zurück und entschleierte die Halle von der Dunkelheit der Nacht. Dann wuchs im großen Raum vor mir Flamme auf Flamme aus dem Schleier der Nacht. In unzählige Millionen hüpften sie vor mir. Einige brannten wie Feuerblumen, andere hatten geringere Strahlung, glühten nur schwach aus der Nacht. Einige schwanden rasch dahin, andere erwuchsen aus einem nur kleinen Lichtfunken. Jedes umgeben von seinem matten Schleier der Dunkelheit, doch mit einem Licht brennend, das niemals ausgelöscht werden konnte, kommend und gehend wie Glühwürmchen im Frühling. So füllten sie den Raum mit Licht und Leben. Dann erklang eine mächtige und feierliche Stimme, die sprach: „Diese Lichter sind die Seelen von Menschen; sie schwellen an und schwellen ab und bestehen ewig, immer sich ändernd und dennoch lebend, durch den Tod hindurch in das Leben. Wenn sie erblüht sind zur Blume und den Zenit des Wachstums in ihrem Leben erreicht haben, dann sende ich geschwind meinen Schleier der Dunkelheit, verhülle sie mit dem Leichentuch und wandle sie zu neuen Lebensformen. Stetig durch die Zeitalter hinauf wächst und schwillt die Seele zu einer immer größeren Flamme und leuchtet die Dunkelheit mit ständig größerer Kraft aus, unterdrückt und doch nicht ausgelöscht durch den Schleier der Nacht. So wächst die Seele des Menschen stetig noch oben, unterdrückt und doch nicht ausgelöscht durch die Finsternis der Nacht. Ich der Tod, komme, jedoch verweile ich nicht, denn das ewige Leben existiert in allem. Ich bin nur ein Hindernis auf dem Pfad des Lebens, werde schnell vom ewigen Licht besiegt. Erwache, oh Flamme, die ewiglich im Innern brennt, brich hervor und besiege den Schleier der Nacht.“



Dann mitten unter den Flammen in der Finsternis wuchs eine, welche die Nacht vertrieb, flammend, sich ausdehnend, immer strahlender, bis schließlich nichts als Licht übrig blieb. Danach sprach mein Meister und Führer: „Schau auf deine eigene Seele, wie sie im Licht wächst und jetzt für immer frei ist vom Herren der Nacht.“

Weiter führte er mich durch viele große Räume, die von den Mysterien der Kinder des Lichtes erfüllt waren; Mysterien, von denen der Mensch jetzt noch nichts wissen darf, bis auch er eine Sonne des Lichtes wird. Er führte mich dann zurück in das Licht der Halle des Lichtes. Dort kniete ich vor den großen Meistern nieder, den Herren des Ganzen der Zyklen über uns.

Also sprach Er dann mit Worten von großer Macht: „Du bist befreit von den Hallen von Amenti. Bestimme jetzt du selber dein Werk unter den Menschenkindern.“ Ich erwiderte: „Oh großer Meister, lass mich ein Lehrer der Menschen sein. Ich will sie weiter und höher führen, bis auch sie Lichter unter den Menschen sind. Befreit vom Schleier der Nacht, der sie umgibt, brennend mit dem Licht, das unter den Menschen scheinen soll.“

Die Stimme sprach darauf zu mir: „Geh wie dir beliebt, so sei es beschlossen. Meister deines eigenen Schicksals bist du, frei zu nehmen oder abzulehnen nach Belieben. Nimm dir die Macht, nimm dir die Weisheit, leuchte als Licht unter den Menschenkindern.“

Aufwärts dann führte mich der Resident, und ich wohnte wieder unter den Menschenkindern, belehrte sie und zeigte ihnen einiges von meiner Weisheit, als Sonne des Lichtes, ein Feuer unter den Menschen.

Nun nehme ich erneut den Pfad nach unten und suche das Licht in der Dunkelheit der Nacht. Haltet euch wacker und passt auf euch auf, bewahrt meine Lehre, denn sie soll ein Führer sein für die Menschenkinder.

Tafel III
Der Schlüssel der Weisheit

Ach, Thoth der Atlanter, teilte mit euch meine Weisheit, mein Wissen, meine Macht, freiwillig teilte ich dieses mit den Menschenkindern. Ich gebe, damit auch sie Weisheit erlangen mögen, um aus dem Schleier der Nacht durch die Welt zu leuchten. Weisheit ist Macht und macht ist Weisheit, EINS mit dem ANDEREN, das GANZE zu vervollkommnen.

Oh Mensch, sei nicht stolz in deiner Weisheit! Rede sowohl mit den Ignoranten als auch mit den Weisen. Wenn einer voll des Wissens zu dir kommt, höre zu und sei achtsam, denn Weisheit ist alles.

Halte dich aber nicht zurück, wenn Böses gesprochen wird, denn Wahrheit scheint, genau wie das Sonnelicht, über allem.

Wer das Gesetz übertritt, soll bestraft werden, denn nur durch das Gesetz kommt die Freiheit des Menschen.

Verbreite keine Angst, denn Angst ist ein Joch, eine Fessel, welche die Menschen an die Dunkelheit bindet.

Wenn du dein Leben lang immer deinem Herzen folgst, dann tust du mehr, als von dir verlangt wird.

Wenn du keine Reichtümer erworben hast, folge deinem Herzen, denn all diese haben keinen Nutzen, wenn dir dein Herz schwer ist. Schmälere nicht die Zeit, da du deinem Herzen folgst, denn deine Seele verabscheut das.

Wer geführt ist, kommt nicht vom Weg ab, aber die Verirrten können den richtigen Weg nicht finden. Wenn du unter die Menschen gehst, mache dir die Liebe zum Anfang und Ende des Herzens.

Wenn einer dich um Rat bittet, lass ihn frei sprechen, damit die Sache, deretwegen er zu dir gekommen ist, erledigt werden möge. Wenn er aber zögert, dir dein Herz zu öffnen, dann ist es, weil du, der Richter, das Falsche tust.

Verwende weder eine übertriebene Sprache, noch höre auf sie, denn sie ist Ausdruck eines unausgeglichenen Menschen. Sprich nicht darüber, damit der, der vor dir steht, Weisheit erfährt.

Stille ist von großem Gewinn, übermäßiger Redeschwall bringt nichts.

Verherrliche nicht dein Herz gegenüber Menschen, denn Hochmut kommt vor den Fall.

Falls du groß bist unter den Menschen, lass dich ehren wegen deines Wissens und deiner Freundlichkeit.

Falls du etwas über das Wesen eines Freundes erkennen willst, frage nicht seinen Gefährten, sondern verbringe einige Zeit mit ihm allein. Diskutiere mit ihm und prüfe sein Herz an seinen Worten und seinem Verhalten.

Was in den Vorratsraum hineingeht, muss wieder herauskommen, und die Dinge, die dir gehören, musst du mit einem Freund teilen.

Wissen wird von Narren als Unwissenheit angesehen, und die Dinge, die wirklich Gewinn bringen, sind schmerzlich ~ er lebt im Tod, und dieser ist deshalb seine Nahrung.

Der Weise lässt sein Herz überfliegen, doch nicht sein Mund. Oh Mensch! Lausche der Stimm der Weisheit; lausche der Stimme des Lichts. Der Kosmos ist voller Mysterien, und wenn sie enthüllt werden, füllen sie die Welt mit ihrem Licht. Wer frei vom Joch der Dunkelheit sein möchte, der soll zuerst das Materielle vom Nicht-Materiellen unterscheiden, das Feuer von der Erde; denn wisse, so wie die Erde zur Erde herabsteigt, so steigt das Feuer auf zum Feuer und wird eins mit dem Feuer. Wer das Feuer in sich selber kennt, soll zum ewigen Feuer aufsteigen und dort ewig wohnen.

Das INNERE FEUER ist die stärkste aller Kräfte, denn sie überwindet alle Dinge und dringt zu allen Dingen der Erde vor.

Der Mensch stütz sich nur auf das, was ihm Widerstand leistet, deshalb muss die Erde dem Menschen widerstehen, sonst würde er nicht existieren.

Nicht alle Augen haben die gleiche Sicht. Dem einen Auge erscheint ein Objekt in der einen Form und Farbe, dem nächsten in einer anderen. Genauso wechselt das ewige Feuer ständig die Farbe und ist von Tag zu Tag niemals das gleiche.

Also spreche ich, Thoth, von meiner Weisheit, denn der Mensch ist wie ein Feuer, das strahlend brennt in der Nacht, es wird niemals ausgelöscht vom Schleier der Finsternis, niemals ausgelöscht vom Schleier der Nacht.

Dank meiner Weisheit schaute ich in die Herzen der Menschen und fand sie nicht frei vom Joch der Zwietracht. Befreie dein Feuer von den Mühen, oh mein Bruder, auf dass es nicht begraben werde im Schatten der Nacht!

Höre, oh Mensch, und bedenke diese Weisheit: Wo hören Namen und Formen auf? Nur im Bewusstsein, das eine unsichtbare, unendliche Kraft von leuchtender Ausstrahlung ist. Die Formen die du erschaffst, indem du deine Vision erhellst, sind wahrlich Wirkungen, die deiner Ursachen folgen.

Der Mensch ist ein Stern, der an einen Körper gebunden ist, bis er am Ende durch sein Sterben befreit wird. Nur durch ständiges Ringen und äußerstes Bemühen wird der Stern in dir zu neuem Leben erblühen. Wer den Anfang aller Dinge kennt, dessen Stern ist frei vom Reich der Nacht.

Erinnere dich, oh Mensch, dass alles, was existiert, nur eine andere Form ist von dem, was nicht existiert. Alles, was Wesen hat, wird in ein weiteres Wesen eingehen, und du selbst bist keine Ausnahme.

Beachte das Gesetz, denn alles ist Gesetz. Suche nicht, was nicht des Gesetzes ist, denn es existiert nur in den Illusionen der Sinne. Die Weisheit kommt zu all ihren Kindern, wenn sie selber zu Weisheit kommen.

Während Äonen war das Licht verborgen: erwache, oh Mensch, und erkenne!

Tief in die Mysterien des Lebens bin ich eingedrungen und suchte nach dem, was verborgen war. Höre zu, oh Mensch, und erkenne!

Weit unter der Erdkruste, in den Hallen von Amenti, sah ich Mysterien, die vor der Menschheit verborgen sind.

Oft ging ich durch den tiefen verborgenen Durchgang und schaute das Licht, das Leben ist für die Menschen. Dort, unter den ewigen Blumen, des Lebens, erforschte ich die Herzen und die Geheimnisse der Menschheit. Ich fand, dass der Mensch bloß in Finsternis lebt, dass das Licht des großen Feuers in ihm verborgen ist.

Vor den Herren des verborgenen Amenti lernte ich die Weisheit, die ich den Menschen weitergebe. Sie sind Meister der großen Geheimen Weisheit, die aus der Zukunft am Ende der Unendlichkeit gebracht wurde. Sieben sind sie, die Herren von Amenti,
Oberherr der Kinder des Morgens,
Sonne der Kreisläufe,
Meister der Weisheit;
sie sind anders gestaltet als die Menschenkinder.
 
Drei, Vier, Fünf und Sechs, Sieben, Acht – Neun sind die Titel der Meister der Menschheit.

Aus ferner Zukunft, formlos und doch formend, kamen sie als Lehrer der Menschenkinder. Sie leben ewig, gehören jedoch nicht zu den Lebenden, sind nicht ans Leben gebunden und doch frei vom Tod. Sie regieren für immer mit endloser Weisheit, gebunden und doch nicht gebunden an die dunklen Hallen des Todes. Sie haben Leben in sich, jedoch Leben was nicht Leben ist, frei von allem sind die Herren von Allem. Aus ihnen heraus kam der Logos. Sie sind Instrumente dieser Macht über das Ganze. Riesigen Angesichts, jedoch verborgen im Kleinen, geformt durch eine Gestaltung, die bekannt ist und doch unbekannt ist.


Drei hält den Schlüssel für alle verborgene Magie. Schöpfer ist er der Hallen des Todes. Er sendet Kraft aus und verhüllt mit Finsternis, er bindet die Seelen der Menschenkinder; er schickt die Dunkelheit, bindet die Seelenkraft und lenkt das Negative zu den Menschen.

Vier ist es, der die Macht freigibt. Er ist der Herr des Lebens für die Menschenkinder. Sein Körper ist Licht, sein Antlitz ist Flamme. Er ist Befreier der Menschenkinder.

Fünf ist der Meister, der Herr von aller Magie – Schlüssel für Das Wort, das widerhallt unter den Menschen.

Sechs ist der Herr des Lichtes, der verborgene Pfad, der Pfad der Seelen der Menschenkinder.

Sieben ist der Herr der Weiten, Meister des Raumes und Schlüssel der Zeit.

Acht ist der, welcher den Fortschritt leitet, die Reise der Menschen abwägt und ausgleicht.

Neun ist der Vater, riesigen Angesichts, formend und verändernd aus der Formlosigkeit heraus.

Meditiere über die Symbole, die ich dir gebe; sie sind Schlüssel, obwohl vor den Mensche verborgen.

Greife immer nach oben, oh Seele des Morgens, richte deine Gedanken nach oben zum Licht und zum Leben. Finde in den Zahlenschlüsseln, die ich dir bringe, Licht für den Weg von Leben zu Leben.

Suche mit Weisheit, wende deine Gedanken nach innen und verschließe deinen Versand nicht vor der Blume des Lichtes.

Erzeuge in deinem Körper durch Gedanken ein Bild; denke an die Zahlen, die dich zum Leben führen.

Frei ist der Weg für den, der Weisheit hat, offen die Tür zum Königreich des Lichtes.

Gieße deine Flamme aus als eine Sonne des Morgens, schließe die Dunkelheit aus und lebe im Tag.

Verstehe dich, oh Mensch, als Teil der Sieben, die sind und doch nicht sind, wie sie scheinen.

Eröffnet, oh Mensch, habe ich dir meine Weisheit; nun folge dem Pfad, den ich gewiesen habe. Meister der Weisheit, Sonne des Morgens, Licht und Leben für die Menschenkinder.

Tafel IV
Der Raumgeborene

Oh Mensch, höre auf die Stimme der Weisheit, lausche der Stimme von Thoth, dem Atlanter. Reichlich gebe ich dir von meiner Weisheit, gesammelt aus Zeit und Raum dieses Zyklus. Meister der Mysterien, Sonne des Morgens, ewig lebend, ein Kind des Lichts, hell erstrahlend, Stern des Morgen, Thoth, der Lehrer der Menschheit, repräsentiert die Ganzheit.

Vor langer Zeit, in meiner Kindheit, lag ich unter den Sternen auf dem lang begrabenen Atlantis und träumte von für Menschen unvorstellbaren Mysterien. Dann wuchs in meinem Herzen eine große Sehnsucht, den Weg zu erobern, der zu den Sternen führt, Jahr für Jahr suchte ich nach Weisheit, suchte nach neuem Wissen, folgte dem Weg, bis meine Seele schließlich nach vielen Mühen aus ihrer Knechtschaft ausbrach und entsprang. Frei war ich vom Joch des Erdenmenschen, frei vom Körper flitzte ich durch die Nacht. Weit offen lag schließlich der Sternenraum vor mir; frei war ich vom Joch der Nacht. Nun suchte ich nach Weisheit bis ans Ende des Raums, weit jenseits der Erkenntnis des sterblichen Menschen.

Weit in den Raum hinaus reiste meine Seele ungehindert, weit in die Lichtkreise der Unendlichkeit. Fremdartig, unbegreiflich waren einige der Planeten, groß und gigantisch, jenseits der Träume der Menschen. Und doch fand ich Gesetzmäßigkeiten in all ihrer Schönheit, die durch sie und zwischen ihnen wirken, genau so wie hier unter den Menschen. Meine Seele bewegte sich vorwärts durch die Schönheit der Unendlichkeit, weit durch den Raum flog ich mit meinen Gedanken.

Ich ruhte dort auf einem schönen Planeten, harmonische Weisen erfüllten die Luft; da waren Formen, die sich geordnet bewegten, groß und majestätisch wie die Sterne der Nacht, die in Harmonie aufsteigen, in geordnetem Gleichgewicht, als Symbole des Kosmischen, gleich dem Gesetz.

Auf meiner Reise kam ich an vielen Sternen vorbei, mit vielen Menschenrassen auf ihren Welten. Viele erhoben sich so hoch wie Sterne des Morgens, und einige fielen tief in die Schwärze der Nacht. Jede und alle von ihnen kämpften sich hoch, erklommen die Höhen und loteten die Tiefen aus. Manchmal bewegten sie sich in den Bereichen der Helligkeit, dann durchlebten sie Dunkelheit auf dem Weg zum Licht.

Wisse, oh Mensch, das Licht ist DEIN ERBE, wisse, dass die Dunkelheit nur ein Schleier ist. In deinem Herzen versiegelt ist die ewige Leuchtkraft die darauf wartet, den Moment der Freiheit zu erlangen, darauf wartet, den Schleier der Nacht zu zerreißen. Sie eroberten den Äther vor sehr langer Zeit und befreiten sich dadurch von der Mühsal und dem Joch; sie formten bloß ein Bild in ihren Gedanken, und sofort war es erschaffen und wuchs.

Weiter dann raste meine Seele durch den Kosmos, immer neue und alte Dinge schauend; sie lernte, dass der Mensch wirklich ein Raumgeborener ist, eine Sonne der Sonne, ein Kind der Sterne.

Wisse, oh Mensch, welche Form du auch immer bewohnst, sie ist ganz sicher EINS MIT DEN STERNEN. Eure Körper sind nichts anderes als Planeten, die um ihre zentralen Sonnen kreisen. Wenn du das Licht aller Weisheit erworben hast, dann bist du frei, im Äther zu scheinen - als eine der Sonnen, welche die äußere Dunkelheit ausleuchten - einer der ins Licht aufgestiegenen Raumgeborenen. Ebenso wie die Sterne im Laufe der Zeit ihre Strahlkraft verlieren, indem ihr Licht in die große Urquelle fließt, genauso, oh Mensch, strebt deine Seele vorwärts und lässt die Dunkelheit der Nacht hinter sich.

Du bist geformt aus dem Uräther, erfüllt mit der Strahlkraft, die von der Quelle fließt, begrenzt vom sich verdichtenden Äther, der doch immerfort lodert, bis er endlich frei ist. Hebe deine Flamme aus der Dunkelheit, fließe aus der Nacht, und du wirst frei sein.

Ich reiste durch Raum und Zeit und wusste, dass meine Seele nun endlich frei war. Ich wusste, dass ich nun nach Weisheit streben durfte, bis ich schließlich auf eine Ebene kam, jenseits unseres Wissens, der Weisheit unbekannt, die sich ausdehnt, jenseits von allem, was wir kennen. Nun, oh Mensch, da ich dies wusste, wuchs voller Freude meine Seele, denn jetzt war ich frei. Höre, du Raumgeborener, lausche meiner Weisheit, weißt du nicht, dass auch du frei sein wirst?

Höre noch einmal auf meine Weisheit, oh Mensch, denn wenn du sie hörst, magst auch du leben und frei sein. Nicht von der Erde bist du, nicht irdisch, sondern ein Kind des Unendlichen Kosmischen Lichts.

Weißt du nichts, oh Mensch, von deinem Erbe? Weißt du nicht, dass du in Wahrheit das Licht bist? Du bist eine Sonne der großen Sonne, wenn du Weisheit erlangst und dir deiner Verwandtschaft mit dem Licht wirklich bewusst bist.

Nun gebe ich dir das Wissen, die Freiheit, auf dem Pfad zu wandern, den ich gegangen war. Ich möchte dir wirklich zeigen, wie ich durch mein Streben den Pfad gegangen bin, der zu den Sternen führt.

Höre, oh Mensch, und erkenne dein Joch, wisse, wie du dich selbst befreien kannst von den Mühen. Aus der Dunkelheit heraus wirst du dich erheben, EINS MIT DEM LICHT und EINS MIT DEN STERNEN. Folge immer dem Pfad der Weisheit, denn nur dadurch kannst du dich von unten emporheben. Das Schicksal jedes Menschen führt ihn immer weiter in die Spiralen des EWIGEN SEINS.

Wisse, oh Mensch, dass der gesamte Raum geordnet ist, denn nur durch Ordnung bist du Eins mit Allem, Ordnung und Gleichgewicht sind das Gesetz des Kosmos. Befolge dies, und du wirst Eins sein mit Allem.

Wer dem Pfad der Weisheit folgt, muss offen sein für die Blume des Lebens. Er muss sein Bewusstsein aus der Dunkelheit ausdehnen und durch Raum und Zeit in die Ganzheit fließen lassen.

Tief in der Stille musst du zuerst weilen, bis du schließlich frei bist von jeglichem Wunsch, frei von der Sehnsucht, in der Stille zu sprechen. Überwinde durch die Stille das Joch der Worte. Enthalte dich des Essens, bis du die Sehnsucht nach Speisen besiegt hast, denn dies ist Knechtschaft der Seele.

Dann lege dich im Dunkeln nieder und schließe deine Augen vor den Strahlen des Lichts. Konzentriere deine Seelenktaft an die Stelle deines Bewusstseins und schüttle sie frei von dem Bindungen an die Nacht. Bringe vor dein inneres Auge das Bild, das du dir wünschst, visualisiere den Ort, den du sehen willst, schwinge vorwärts und zurück mit deiner Kraft und löse die Seele aus ihrer Nacht. Unbändig musst du schütteln, mit all deiner Kraft, bis deine Seele endlich frei ist.

Unbeschreiblich mächtig ist die Flamme des Kosmischen. Sie steht in den dem Menschen nicht bekannten Ebenen. Sie ist mächtig, im Gleichgewicht und geordnet. Sie ist die Musik der Harmonien weit jenseits der Menschen. Mit Musik sprechend und mit Farben sinkend lodert die Flamme am Beginn des ewigen Seins.

Funken dieser Flamme seid ihr, oh meine Kinder, brennend mit Farbe und mit Musik lebend. Lauscht der Stimme, und ihr sollt frei sein.

Das freie Bewusstsein ist verschmolzen mit dem Kosmischen, Eins mit Recht und Ordnung des Ganzen.

Weißt du nicht, oh Mensch, dass das Licht aus der Dunkelheit herausflammen soll als Symbol der Ganzheit?

Bete das folgende Gebet, um Weisheit zu erlangen. Bete für das Kommen des Lichts aus der Ganzheit: „Mächtiger Geist des Lichts, das durch den Kosmos scheint, ziehe meine Flamme in Harmonie näher zu dir. Hebe mein Feuer heraus aus der Dunkelheit, du Magnet des Feuers, der eins ist mit dem Ganzen. Erhebe meine Seele, obwohl sie mächtig und stark ist, du Kind des Lichts, wende dich nicht ab von mir, sondern ziehe mich mit Macht, damit ich in deinem Ofen schmelze; Eins mit allem und alles in Einem; Feuer des Lebensstroms und eins mit dem Bewusstsein.“

Wenn du deine Seele befreit hast von ihrer Knechtschaft, dann wisse, dass die Dunkelheit für dich vorbei ist. DU kannst nun immerdar im Raum nach Weisheit suchen, frei von allen Fesseln, die ans Fleisch geschmiedet sind.

Auf, auf in den Morgen, als freier Blitz, oh Seele, zu den Bereichen des Lichts! Bewege dich geordnet, bewege dich in Harmonie, frei sollst du dich bewegen mit den Kindern des Lichtes.

Suche und erkenne meinen Schlüsse der Weisheit, so wirst du, oh Mensch, sicherlich frei sein

Tafel V
Der Resident von Unal

Oft träume ich vom begrabenen Atlantis, verloren in den Zeiten, die in die Nacht übergegangen sind. In Schönheit bestandest du Äon um Äon, ein Licht, das hell leuchtete durch die Dunkelheit der Nacht.

Stark in seiner Macht regierte der Herr der Erde in den Tagen von Atlantis die Erdgeborenen. Als König der Nationen, Meister der Weisheit, Licht durch Suntal, Wächter des Weges, wohnte er in seinem Tempel, der Meister von Unal, das Licht der Erde in den Tagen von Atlantis.

Er, der Meister, war ein Zyklus (Eben) über uns; er lebte in Körpern als einer unter den Menschen. Er war kein Erdgeborener, war von über uns, die Sonne eines Zyklus, höher entwickelt als die Menschen.

Wisse, oh Mensch, dass Horlet, der Meister, niemals Eins war mit den Menschenkindern. In längst vergangenen Zeiten, als Atlantis erstmals mächtig wurde, erschien dort einer mit dem Schlüssel der Weisheit und zeigte allen den Weg des Lichts.

Er zeigte allen Menschen den Pfad des Erlangens, den Weg des Lichts, das zwischen den Menschen fließt. Er meisterte die Dunkelheit und leitete die Menschenseele aufwärts zu Höhen, die Eins waren mit dem Licht.

Er teilte die Königreiche in zehn Sektionen, die von Menschenkindern regiert wurden. Er baute einen Tempel über einem anderen; dieser wurde jedoch nicht von den Menschenkindern erbaut.

Heraus aus dem Äther rief Er dessen Substanz, geschaffen durch die Macht von Ytolan die Formen, die Er sich in meinem Kopf vorgestellt hatte. Meile um Meile bedeckte er die Insel, Raum über Raum wuchs er in seiner Macht. Schwarz und doch nicht schwarz, aber so dunkel wie Raum und Zeit, war tief in seinem Herzen die Essenz des Lichts. Rasch entstand der Tempel, gegossen und geformt durch das Wort des Residenten, aus der Formlosigkeit in die Form gerufen.

Er baute dann in ihm große Räume und füllte sie mit Formen, die Er aus dem Äther rief, füllte sie mit Weisheit, die er aus seinem Bewusstsein rief.

Formlos war Er in seinem Tempel, doch war Er geformt im Bilde des Menschen. Er wohnte unter ihnen, war aber nicht von ihnen; fremd war Er und sehr verschieden von den Menschenkindern.

Dann wählte Er unter den Leuten drei aus, die sein Zugang wurden; Er wählte die drei aus den höchsten Rängen, als seine Verbindung zu Atlantis. Sie wurden Botschafter, die seinen Ratschlag zu den Königen der Menschenkinder brachten.

Er brachte andere hervor und lehrte sie Weisheit, damit sie Lehrer wurden für die Menschenkinder. Er brachte sie zur Insel Undal, wo sie den Menschen als Lehrer des Lichts dienten.


Jeder, der so erwählt wurde, musste fünfzehn Jahre unterrichtet werden. Nur so konnte er das Verständnis erreichen, das Licht in die Menschenkinder zu bringen. So entstand der Tempel, ein Wohnplatz für den Meister der Menschen.

Ich, Thoth, habe stets nach Weisheit gesucht; ich suchte im Finstern ebenso wie im Licht. Lange Zeit ging ich in meiner Jugend auf dem Weg und versuchte, immer neue Erkenntnisse zu erlangen, bis nach vielem Streben einer der drei das Licht zu mir brachte. Er brachte die Anweisungen des Residenten und rief mich aus der Dunkelheit ins Licht. Er brachte mich vor den Residenten, tief im Tempel vor dem großen Feuer. Dort auf dem großen Thron sah ich den Residenten, vom Licht bekleidet und Feuer ausstrahlend. Vor dieser großen Weisheit kniete ich nieder und fühlte, wie das Licht in Wellen durch mich hindurchflutete. Dann horte ich die Stimme des Residenten: „Oh Dunkelheit, komme ins Licht. Lange hast du den Pfad zum Licht gesucht. Jede Seele auf der Erde, die ihre Fesseln gelöst hat, wird bald frei sein vom Joch der Nacht. Du bist aus der Finsternis aufgestiegen und bist dem Licht deines Ziels näher gekommen. Hier sollst du wohnen als eines meiner Kinder, Bewahrer der Aufzeichnungen, die mit Weisheit gesammelt wurden, als Instrument des jenseitigen Lichts. Du wirst nun vorbereitet, zu tun, was nötig ist; Bewahrer der Weisheit durch die Zeiten der Finsternis, die schnell über die Menschenkinder hereinbrechen werden. Lebe hier und trinke von aller Weisheit; Geheimnisse und Mysterien werden sich dir enthüllen.“

Dann antwortete ich, dem Meister der Zyklen, und sprach: „Oh Licht, das in den Menschen herabgestiegen ist; gib mir von deiner Weisheit, damit ich ein Lehrer der Menschen sein möge; gib mir von deinem Licht damit ich frei sein möge.“

Daraufhin erwiderte der Meister: „Zeitalter für Zeitalter sollst du mittels deiner Weisheit leben, sogar noch, wenn über Atlantis die Wellen des Ozeans hinwegrollen. Du hältst das Licht aufrecht; obwohl verborgen in der Dunkelheit, ist es bereit, zu kommen wann immer du es rufst. Geh nun und lerne noch größere Weisheit, wachse durch das Licht in die All-Ewigkeit hinein.“

Lange wohnte ich dann im Tempel des Residenten, bis ich schließlich Eins war mit dem Licht. Dann schlug ich den Weg zu den Sternen-Ebenen ein, und folgte ich dem Pfad zum Licht. Tief in das Herz der Erde folgte ich dem Pfad und lernte die Geheimnisse, wie oben, so unten. Ich lernte den Pfad zu den Hallen von Amenti kennen und lernte das Gesetz, das die Welt im Gleichgewicht hält. Durch meine Weisheit bin ich zu den verborgenen Kammern der Erde vorgedrungen; tief durch die Erdkruste zu dem Weg, der für Urzeiten vor den Menschenkindern verborgen war. Vor mir enthüllte sich immer mehr Weisheit, bis ich neue Erkenntnis erzielte und herausfand, das alles Teil ist von Allem, das groß ist und noch größer als alles, was wir kennen. In allen Zeitaltern tief und immer tiefer gehend, suchte ich das Herz der Unendlichkeit, so fand ich weitere Mysterien. Jetzt, da ich durch die Zeiten zurückschaue, weiß ich, dass Weißheit grenzenlos ist und stets wachsend im Laufe der Zeiten. Sie ist Eins mit der Unendlichkeit, die größer ist als alles.

Damals war Licht im alten Atlantis, und doch war in allem die Dunkelheit verborgen. Einige, die aufgestiegen waren zu den höchsten Höhen unter den Menschen, fielen wieder vom Licht in die Finsternis. Sie wurden stolz wegen ihres Wissens, stolz auch wegen ihrer Stellung unter den Menschen. Tief forschten sie im Verbotenen und öffneten das Tor, das hinunter führt; suchten immer mehr Wissen zu erlangen, aber sie versuchten, es von unten heraufzuholen.

Wer nach unten steigt, muss im Gleichgewicht sein, sonst wird er verstrickt aus Mangel an unserem Licht. So öffneten sie also durch ihr Wissen die Pfade, die den Menschen verboten sind.

Aber in seinem Tempel, wo er in seinem Agwanti lag, sah der Resident dies alles, während seine Seele frei durch Atlantis wanderte. Er sah, wie die Atlanter mittels ihrer Magie das Tor öffneten, was der Erde großes Leid bringen würde. Schnell eilte seine Seele dann zurück in seinen Körper. Er erhob sich von seinem Agwanti, rief die drei mächtigen Boten und gab ihnen die Anordnungen, welche die Welt erschütterten.

Der Resident stieg rasch hinab tief unter die Erdkruste, zu den Hallen von Amenti. Dort rief Er dann die Kräfte an, welchen die Sieben Herren vorstehen, und veränderte das Gleichgewicht der Erde, und Atlantis sank tief unter die dunklen Wogen. Das Tor, das geöffnet worden war, wurde zerstört, ebenso das Tor, das nach unten führte. Alle Inseln - außer Unal und ein Teil der Insel der Söhne des Residenten - wurden zerstört. Er verschonte sie, damit sie Lehrer seien, Lichter auf dem Pfad für jene, die später kommen sollten, Lichter für die geringeren Menschenkinder.

Er rief dann mich, Thoth, zu sich und gab mir Anweisungen für alles was ich tun sollte, und sprach: „Nimm du, oh Thoth, all deine Weisheit, nimm all deine Aufzeichnungen, nimm all deine Magie und gehe hinaus als ein Lehrer der Menschen. Gehe hinaus und bewahre die Aufzeichnungen, bis nach einer gewissen Zeit das Licht wieder zwischen den Menschen zunimmt. Licht sollst du sein durch all die Zeiten, verborgen, jedoch für erleuchtete Menschen auffindbar. Wir geben dir Macht über die ganze Erde, frei bist du, sie zu geben oder zu nehmen. Versammle nun die Söhne von Atlantis, nimm sie mit und flüchte zu den Leuten der Felsenhöhlen, flüchte in das Land der Kinder von Khem.“

Dann versammelte ich die Söhne von Atlantis und brachte alle meine Aufzeichnungen vom gesunkenen Atlantis in das Raumschiff. Ich sammelte all meine Kräfte und viele Instrumente der mächtigen Magie.

Dann stiegen wir auf den Flügeln des Morgens hoch, hoch über den Tempel und ließen die Drei und den Residenten tief in den Hallen unter dem Tempel hinter uns. Unter uns versank der große Tempel in den Wogen und verschloss den Weg zu den Herren der Zyklen. Für den, der weiß, soll der Pfad nach Amenti jedoch immer offen sein.

Schnell flohen wir dann auf den Flügeln des Morgens und flogen in das Land der Kinder von Khem. Dort eroberte ich sie mit Hilfe meiner Kräfte, regierte über sie und erhöhte die Kinder von Khem zum Licht.

Tief unter dem Fels verbarg ich mein Raumschiff, harrend der Zeit, da der Mensch wieder frei sein darf. Über dem Raumschiff errichtete ich einen Wegweiser in der Form eines Löwen (Sphinx), jedoch ähnlich dem Menschen; dort unter diesem Bild ruht noch immer mein Raumschiff, um gehoben zu werden, sobald es nötig ist.

Wisse, oh Mensch, dass in der fernen Zukunft Invasoren aus der Tiefe des Raums kommen werden. Dann wache auf, der du Weisheit hast, bringe mein Schiff wieder hervor und siege mit Leichtigkeit.

Tief unter dem Bild liegt mein Geheimnis, Suche und finde in der Pyramide, die ich gebaut habe. Eines ist zum andern ein Schlüsselstein; jedes ist das Tor, das ins Leben führt. Folge dem Schlüssel, den ich zurücklasse; suche, und das Tor zum Leben soll dir gehören. Suche in meiner Pyramide, tief im Korridor, der an einer Wand endet; gebrauche den Schlüssel der Sieben, und der Weg wird dir geöffnet werden.

Nun habe ich dir meine Weisheit gegeben; nun habe ich dir meinen Weg gegeben. Folge dem Pfad und löse, meine Geheimnisse; dir habe ich den Weg gezeigt.




 

Marion Burke  09  2004-2018

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